Guten Abend liebe TransSisters, Freunde und Sympathisanten,
... wieder eine Woche vorbei, zumeist mit Regen, aber Gott sei Dank gestern und heute mit ein wenig Sonnenschein. Ich kann`s wirklich gebrauchen.
Die vergangene Woche war in vielerlei Hinsicht ziemlich aufregend. Ich wurde von Euren anerkennenden Mails zu unserer Party regelrecht zugeschüttet und entschuldige mich vorsichtshalber bei denjenigen, die nur eine knappe Antwort von mir erhalten haben. Aber auch die TransSisters- Post kann richtig in Arbeit ausarten. Das soll jedoch nicht heißen, dass Ihr nicht mehr schreiben sollt. Im Gegenteil! Solange das allgemeine Lob überwiegt, hab ich viel Vergnügen damit, nur eben manchmal wenig Zeit. Also noch einmal vielen Dank, ich hab Eure Mails wohl archiviert und vielen Leuten davon erzählt. Ein paar Bilder von der Party sind übrigens unter auf unserer Homepage veröffentlicht. Inzwischen hat schon die Diskussion (und geheime Vorbereitung) zur nächsten Party begonnen. Mein Gefühl ist, die Anzahl dieser Veranstaltungen wohl zu dosieren, damit sie auch immer etwas Besonderes in unserem Leben bleiben. Denkbar ist für mich eine nächste Party im September (nach den Ferien) – vielleicht in einem Gartenlokal, natürlich mit Schlechtwettervariante. Wir werden sehen, die Sache hängt ja nicht von mir allein ab.
Die Unermüdlichen unter uns, waren an diesem Wochenende wieder unterwegs um neue Lokalitäten zu erkunden. Wirklich große Begeisterung ist bei mir nicht angekommen. Aber das ist ja relativ, erstens war ich nicht dabei und zweitens ist das in der Beurteilung dann immer eine Geschmackssache. Ihr könnt daraus schon ersehen, dass ich mich an diesem Wochenende mal zurückgezogen habe und das hat mir ganz gut getan. Die Frau in mir hat das kleine nette Hauskleid ausgewählt und der „Kerl“ eine gute Flasche Whisky auf den Tisch gestellt. So ausgerüstet hab ich dann auf meinem Sofa gesessen und endlich mal wieder ein Buch gelesen, bin dann vergleichsweise zeitig ins Bett gekommen und war heute fantastisch ausgeschlafen. Und zur Krönung folgte dann heute noch ein mittäglicher Spaziergang durch den Schlosspark in Charlottenburg, ausgefüllt mit angenehmen Gesprächen. Auch schön, auch Normalität.
Es ist für mich schon so eine Sache. Auf der einen Seite will ich mich unter Leuten tummeln, mich zeigen, mit meinesgleichen zusammen sein und möglichst nichts versäumen. Auf der anderen Seite fehlt mir bei all dieser Aktivität der Part der Besinnlichkeit und Alltäglichkeit in meinem „Transensein“. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber irgendwo sehne ich mich nach einem stinknormalen bürgerlichen Leben, nur eben (wenn mir so ist) in Frauenkleidern und angetan mit all den Attributen, die ich so mag. Warum soll ich in meiner Verwandlung immer nur fröhlich und in Partylaune sein oder diese Neigung nur vorrangig in unserem kleinen (doch wohl immer künstlichen) Szenebereich ausleben? Das macht mir wohl immer wieder Spaß! Doch der Alltag ist alles andere als eine Party. Er hat für mich eine Menge Arbeit, manchmal auch Ärger und Traurigkeit und vor allem soziales Umfeld das nicht so partyorientiert ist, wie meine derzeitige Lebensweise. Es ist schon ganz schön blöd. Da bin ich aus meiner Heimlichkeit herausgekrochen und endlich in der Lage mich auch bedingt öffentlich zu bekennen und habe doch manchmal das Gefühl, mich nur in einen anderen Käfig begeben zu haben. Hurra! Ich kann in diesem Käfig aufrecht stehen, bin darin nicht allein und manchmal kommen auch Zuschauer, die mich betrachten und sich auch mal mit mir unterhalten – zumeist wohlwollend. Bin ich jetzt freier?
Keine Angst, ich bin lange nicht von Depressionen geschüttelt! Doch einen Gedanken ist dieses Gleichnis wohl wert. Es ist der ewige Spagat der Transgender, die weiter in ihrer angeborenen Geschlechterrolle leben wollen, aber gleichzeitig den Aufenthalt am „anderen Ufer“ nicht missen wollen oder darum nicht herum kommen. Es sind die äußeren – ich sage mal kulturellen - aber auch sehr persönliche innere Grenzen, die diesen Konflikt ewig am Leben erhalten. Ich für meinen Teil bin bemüht, diesen „Käfig“ ständig zu vergrößern und noch schöner und interessanter zu gestalten. Vielleicht werden aus den Zuschauern ja Besucher und vielleicht bleiben sie für immer. Vielleicht bietet dieser „Käfig“ ja auch Raum für Privatsphäre, Ruhe und Besinnlichkeit. Vielleicht fühle ich mich irgendwann wohl darin und bin nicht ständig darauf aus, an seinen Gitterstäben zu rütteln.
... Und in der nächsten Woche bin ich wieder auf der Piste....
Es grüßt Euch alle ganz lieb und wünscht eine angenehme Woche in Freiheit
Eure Sabine
Guten Tag liebe TransSisters, Freunde und Sympathisanten,
schon wieder ist eine Woche um, fast auch das Wochenende, ich bin dabei meine Vorbereitungen für die kommende Arbeitswoche zu treffen und natürlich die Gedanken zu ordnen für die heutige Mail.
Dazu muss ich noch einmal auf das Thema der letzten Woche zurückkommen – Ihr wisst schon: Die Frage nach „Normalität“ im Leben meiner eigenen Identität, der Sinnhaftigkeit einer ewig währende Party im goldenen Käfig. Wenngleich ich zugebe, dass ich am vergangenen Sonntag nicht gerade toll drauf war, gibt es von dem Gesagten nichts zurückzunehmen. Unsere Freundin (und wenn Ihr so wollt Mitstreiterin und Leidensgefährtin) Gundula hat mir zu diesem Thema inzwischen einige hochinteressante Mails geschrieben und ich hoffe, dass sie mir bald die Genehmigung gibt, diesen Dialog im Forum auf unserer HP zu veröffentlichen.
Unabhängig davon gibt es wohl einige ergänzende Bemerkungen zu machen. Es ist nämlich gerade ein Novum der Berliner TransSisters, eben nicht nur zu feiern und in oberflächliche Szene einzutauchen. Wir gehen gemeinsam ins Kino, waren im Theater und auch anderen nicht gerade szenetypischen Veranstaltungen. Hierin liegt das eigentliche Geheimnis für die relative Stabilität und Kontinuität dieser Gruppierung. Es haben sich zudem inzwischen echte Freundschaften (und sogar auch Partnerschaften) entwickelt, die weit über das gemeinsame verbindende Interesse hinausgehen. Und dennoch sind wir Bestandteil der Szene, oder sogar eine eigene, nur eben mit weitergehenden Ansprüchen. Soviel als ergänzende Bemerkung für diejenigen, die nicht direkt mit uns im Kontakt stehen.
Und genau in diesem Sinne stand am gestrigen Abend ein Kinobesuch auf dem Programm: „Der Einstein des Sex – Dr. Magnus Hirschfeld“. Jeder, der (oder die) sich auch nur oberflächlich mit der Transgenderproblematik oder schwul- lesbischen Themen beschäftigt hat, ist sicher inzwischen auf diesen Namen gestoßen. Ich hab noch einmal in meinen eigenen Aufzeichnungen nachgeschlagen und darin folgende Textstelle gefunden: "Magnus Hirschfeld (1868-1935) hat Anfang des Jahrhunderts den Begriff Transvestit erfunden. Er schreibt in seinem Buch "Die Transvestiten" ...dass für sich allein genommen der Transvestismus kein Zeichen für eine ihm zugrundeliegende Homosexualität sei und in Wirklichkeit am häufigsten unter Heterosexuellen vorkomme. Hirschfeld sah einen Zusammenhang zwischen Androgynen (Androgyn gr.lat. "Mannweib") und Transvestiten; wo Androgyne an den körperlichen Geschlechtsmerkmalen interessiert seien (Bart, Brüste, Genitalien), ging es den Transvestiten statt dessen um Psychische oder psychologische Merkmale des sozialen Geschlechts, wie Kleidung und Namen..... „
.. Jedenfalls war er der festen Überzeugung, dass der Transvestismus eine "gesonderte Erscheinung" sei, etwas ganz anderes, als die sexuelle Orientierung. Wir alle wissen das, unabhängig von unserer eigenen Orientierung.
Hirschfeld hat also schon vor reichlichen 80 Jahren gewusst und veröffentlicht, was unsere Gesellschaft heute noch immer nicht zur Kenntnis nimmt. So schwerfällig sind allgemeine konservative Vorurteile. Doch der Film hat sich natürlich nicht allein mit diesem Thema befasst, es war eher eine Nebengeschichte, wenngleich ausgesprochen überzeugend dargestellt. Interessant war für mich vor allem, dass sich Hirschfeld (übrigens selbst homosexuell veranlagt) keineswegs nur mit theoretischen Gesichtspunkten der Materie befasste. Er hat bereits 1919 im Berliner Tiergarten ein „Institut für Sexualwissenschaft“ gründete, in dem unter anderem eine Sexual- und Familienberatung und zugleich Aufklärungsveranstaltungen für „körperliche und seelische Sexualleiden, insbesondere für die „sexuelle Zwischenstufe“ (gemeint waren hier Homosexuelle, Transvestiten und Hermaphoriden) für die Bevölkerung stattfanden. 1933 wurde dieses Institut von den Nazis geplündert, Hirschfelds Bücher mit den Büchern anderer großer Leute öffentlich verbrannt und in den Kriegswirren dazu das Gebäude zerstört. Hirschfeld selbst starb 1935 (wohl an „gebrochenem Herz“) in Paris.
So weit so gut. Ist eigentlich bekannt, dass es bis heute in Deutschland keine Institution gibt, die mit dem erwähnten hirschfeldschen Institut in Größe und Inhalt vergleichbar ist? Sicher, es ist bekannt, dass einige Vereine und Selbsthilfegruppen eine sicher wichtige Arbeit leisten. Ich selbst schätze die Arbeit, zum Beispiel des Berliner Sonntags-Clubs, sehr. War er doch meine erste und wichtigste Anlaufstation und Hilfe bei meiner eigenen Selbstfindung. Doch ich kenne auch die Grenzen solcher Vereinigungen und Gruppen.
Stellen wir uns doch mal vor, es gäbe heute an exponierter Stelle im Tiergarten (gleich neben dem Amtssitz des Bundespräsidenten?) ein großes Haus, ein Institut „für körperliche und seelische Sexualleiden, insbesondere der sexuellen Zwischenstufe“, ganz im Sinne von Herrn Hirschfeld! Würde dann in 80 Jahren noch irgendjemand ein Problem mit uns Transgendern haben? Nun, es ist nur eine Vorstellung, aber eine sehr angenehme.
Der Film bietet insgesamt keine Lösungen, gibt aber einen guten Einblick in Hirschfelds Arbeit und zeigt eine durch die Geschichte vertan’e Chance der gesellschaftlichen Aufarbeitung unserer ureigenen Probleme. Er hat Witz und ist insgesamt sehr Nachdenklich. Ein Streifen zum Thema, der in allen Schulen gezeigt werden sollte. Vielleicht kommt Hirschfeld dann zu den Ehren, die er verdient. Nach meiner Auffassung war er sicher kein „Einstein“ – das ist ohnehin nur die Formulierung eines überschwänglichen amerikanischen Journalisten – aber ohne Zweifel ein mutiger und vor allem selbst betroffener Mann, der nicht nur seiner, sondern auch unserer Zeit um Größenordnungen voraus war. Und das sollte allen, die gelegentlich an sich selbst zweifeln Mut machen.
In diesem Sinne
Es lebe die sexuelle Zwischenstufe!
Ich wünsche euch allen eine angenehme Woche und vielleicht geht Ihr ja mal wieder ins Kino.
Eure Sabine
Guten Tag liebe TransSisters, Sympathisanten und Interessenten,
eine Woche der Ausschweifungen und Völlerei liegt hinter mir, ich fühle mich wie eine Presswurst, die wenn man noch etwas hineinstopft sicher mit einem dumpfen Knall platzen wird. Am Montag Essen mit lieben Freunden, Dienstag wieder Essen und dann Theater, Mittwoch Kaffee und Kuchen bei Muttern, Donnerstag der nächste Geburtstag (ich komme noch drauf), Freitag ähnlich ungesunde Nahrung, am Samstag Party mit viel zu viel gutem Essen und heute dann Brunch mit dem Ziel, den Pauschalpreis auch wirkliche über dem Maße abzuessen. Ich habe in dieser Woche wenigstens 3 (!!!) Pfund zugenommen und musste gerade einen Rock mit Gummizug wählen, weil, alles andere würde mich umbringen. Selbst das sonst recht angenehme, etwas weitere Hauskleid zeigt verräterisch die Eigenart der männlichen Anatomie: Dick wird zuerst der Bauch und eben nur der. Wenn es wenigstens der Hintern wäre – nein es ist der Bauch! Und weil ich mich zur Umstandsmode oder der nächsten Konfektionsgröße nicht entschließen kann, hab ich wohl ein paar stressige Wochen vor mir. Die Ernährung wird auf „Hasenkost“ umgestellt und alle Dickmacher gnadenlos aus dem Kühlschrank und der Speisekammer verbannt! Ich hätte nie geglaubt, dass ich zu solchen Entschlüssen ja fähig wäre. Da fällt mir nur noch Omas Spruch ein: „Wer schön sein will muss leiden“. Und ich leide schon jetzt, was soll das erst in ein paar Tagen werden!
Die Anlässe für die erwähnten Ausschweifungen waren es dennoch wert. Wo und wie lässt es sich angenehmer mit Freunden plauschen, als beim Essen? Und spannend war dazu, eine nicht konfliktfreie aber doch funktionierende, Beziehung zwischen einer Transe (hier Transvestit) und einer normal denkenden und handelnden biologischen Frau zu erleben. Ist doch meine vermeintlich ewig währende Ehe unter anderem genau daran gescheitert und versuche ich doch heute eine neue Beziehung zu gestalten. Ich hab lange darüber nachgedacht und mit anderen und natürlich meinen eigenen Erfahrungen verglichen. Verständnis für so manche Frau hab ich schon.
Da heiratet eine Frau einen Mann und stellt dann fest, dass alle trainierten und erlernten Bestandteile des Männerbildes nicht ausreichen diesen Mann zu beschreiben. Die meisten Frauen beschäftigen sich nicht ansatzweise mit dem Gedanken, dass Mann eben nicht so Mann sein könnte, wie Frau eine Frau ist. Mancher Mann als Mogelpackung? Ja und nein. Mal ehrlich, wer von uns gewinnt das Herz einer Frau und vertraut ihr gleich seine intimsten, oft noch unklaren, Gefühle und Bedürfnisse an? Andererseits, welche Frau tut das? In einer sich entwickelnden Beziehung geht es zunächst um Gemeinsamkeiten und in diesem Rahmen dann um Individualität. Was aber, wenn die Individualität des/der Einzelnen an der Toleranzgrenze oder gar dem Weltbild des/der Anderen rütteln? Und dann gibt es immer noch einen erheblichen Unterschied zwischen Wünschen und Träumen und der dann gelebten Realität.
Der Ablauf ist häufig gleich. Zuerst trägt er Strumpfhosen, einen Damenslip, vielleicht auch ein seidenes Nachthemd. Dann wird auch schon mal ein Rock angezogen und die ersten Schminkversuche unternommen. Komplettiert wird sogleich mit einem Paar passenden Schuhen und einer Perücke. Es folgen mit der Zeit viele, viele kleine Schritte und so mancher von uns entdeckt dabei seinen ganz persönlichen Fetisch. Gut, denkt sie zunächst, es ist noch immer der Mann, den ich kenne und liebe, der Bernd, der Olaf, der Ralf oder wie er eben heißt. Manche Frauen können dieser Entwicklung aus den unterschiedlichsten Gründen sogar etwas abgewinnen, doch Skepsis ist auch da. Und jetzt kommt der große Knick! Er will sich auf der Straße zeigen und damit er auch unverkennbar wird, gibt er sich einen weiblichen Namen, schlüpft so in eine andere Rolle, eine eigene erdachte neue Identität. Doch ist diese Identität wirklich neu? Ist sie nicht vielmehr entsprechend und gibt ihr nur den äußeren Rahmen? Die Frage, wie weit diese Entsprechung dann noch geht, denke ich, kann keiner der beteiligten Partner wirklich sicher beantworten. Denn alle Transvestiten, die ich kenne, haben sich auf einen langen Weg begeben und zudem jeder auf seinen eigenen.
Und diese Wege gehen, um im Bild zubleiben, in alle möglichen Richtungen, haben nur noch gemein, dass sie wohl nie enden werden. Oder doch? Ich weiß nur, dass ich jeden Schritt genieße und dass ich bemüht bin, meine Partnerin mitzunehmen und zu beteiligen. Genau darin liegt, nach meiner Überzeugung, auch die einzige Chance für ein weiteres Funktionieren einer (sicher unter anderen Bedingungen begonnenen) Partnerschaft. Und damit ist auch schon das Risiko dieser Partnerschaft beschrieben. Spannend ist ein solches Leben für alle Beteiligten allemal – hinzu kommen Erfahrungen und Einsichten, die den meisten Sterblichen vorenthalten bleiben. Wenn das den Versuch nicht lohnt!
Was mach ich hier? Wenn ich in der gleichen Ausführlichkeit meine Gedanken zu den anderen Tagen beschreibe, dann sitze ich morgen Abend noch hier und diese Mail sollte besser als Broschüre herausgegeben werden. Aber dieses Thema beschäftigt mich nun schon seit unserer Diskussion „Was finden Frauen an uns Transen interessant?“ Nun ist es endlich mal raus.
Trotzdem. Herausragendes Ereignis der Woche war wohl die (nicht öffentliche) Geburtstagsparty von Yvonne - unserer und auch meiner Yvonne. Alle TransSisters wissen, wie wichtig es ist einen integrierenden (immer freundlichen) Ansprechpartner zu haben und so mancher startet (aus technischen Gründen – umziehen, schminken und so) über ihre Wohnung in die all wöchentlichen Vergnügungen. Kaum jemand ist in unserer kleinen Welt so beliebt und ich werd sie in dieser Beziehung wohl auch weiter mit euch teilen müssen. Und ich sage das ohne Bedauern, eher mit stolz. Die Party war wirklich toll und die dort verzehrten Speisen ein nicht unwesentlicher Anlass für meine „figürlichen Auswüchse“. Ich habe festgestellt, dass es von Zeit zu Zeit wichtig ist, auch mal im geschlossenen privaten Kreis zusammenzutreffen. Jeder hat dabei Gelegenheit mit Jedem mal in aller Ruhe zu plauschen, Dinge zu bereden, die bei den Ausflügen in die gastronomische- oder Partywelt einfach nicht beredet werden können. Wenn dann noch der Anlass stimmt, das Umfeld angenehm ist und das Essen schmeckt, dann muss das einfach eine schöne Party werden. Und das war sie auch. Übrigens, wenn ich es schaffe, dann könnt Ihr die ersten Bilder bald auf dem Link TransSisters unserer HP betrachten.
Was bei den TransSisters so über Ostern läuft ist noch nicht ganz klar. Wir haben uns aber geeinigt, dass ab sofort an jedem Freitag Abend eine aktuelle Information ins Internet gesetzt wird – so diese Information natürlich zur Verfügung steht. So kann jeder wer will, mal nachsehen, was so aktuell und kurzfristig läuft. Wir haben uns dazu entschieden, weil sicher nicht jeder Interessent ständig via Telefon informiert werden kann, aber auf der anderen Seite bei mir ständig Anfragen zu aktuellen Terminen eingehen. Ich bitte insbesondere diejenigen, die eher sporadisch an unseren Aktivitäten teilnehmen um Verständnis, denn für eine ständige Hotline haben wir einfach nicht die nötigen Voraussetzungen.
So. und jetzt hole ich mir eine Möhre und übe, wie es ist, ein Osterhase zu sein. Ach ja, Eier verstecken ist ja auch bald wieder angesagt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.....
Seid also ganz lieb gegrüßt von
Sabine und ihrem Kullerbauch
Ostersonntag
Hallo TransSisters, Freunde und Sympathisanten,
heute mal keine ausführliche, nachdenkliche (jemand schrieb sogar traurige) Mail. Heute einfach liebe und schöne Ostergrüße aus meinem sonnendurchfluteten Arbeitszimmer. Nach reichlich 8 Monaten wöchentliche Mail gönne ich mir heute eine kleine Auszeit. Ich wünsch jeder und jedem von Euch genau die Ostereier, die sie/er gerade braucht und eine Woche voller Sonne, Liebe und persönlichen Erfolg.
Viele liebe Grüße
Sabine
Guten Tag TransSisters, Freundinnen und Sympathisanten,
ein Wochenende, wie im Sommer, nur eben, dass noch April ist. Ich fand es gut, dass es gerade mal richtig geregnet hat. Vor ein paar Wochen ist mir das schlechte Wetter noch aufs Gemüt gegangen. Es kommt eben immer auf den Standpunkt des Betrachters an.
Aber das Wetter soll mich nun wirklich nicht davon abbringen endlich mal wieder als Sabine in der Öffentlichkeit zu erscheinen, denn heute Abend ist mal wieder eine Hausparty im Knemo unter dem Motto „Tanz in den Mai“ und morgen zudem ein Feiertag, der immer mehr zum „Kampftag“ der Chaoten und Extremisten mutiert. Da kann ich im Bett bleiben. Ich geh da nicht hin.
Und jetzt gehen die eigentlichen Sorgen erst richtig los. Ich hab mal wieder nichts anzuziehen. Na liebe Schwestern, kennt ihr das? Mein Kleiderschrank ist zwar zu zwei Dritteln mit Frauenkleidern gefüllt, doch der eine Fummel passt nicht mehr (es gibt doch tatsächlich Sachen, die von selbst immer enger werden!) und der andere steht mir heute nicht. Ein Dritter ist so stock hässlich, dass ich mich frage, wie ich so etwas überhaupt kaufen und auch schon mal tragen konnte, der Vierte ist eigentlich mehr für den Winter geeignet, der Fünfte und der Sechste... Mehr hab ich eigentlich gar nicht. Ich hab nichts anzuziehen – was mir gefällt, passt mir nicht und was mir passt gefällt mir nicht! Liebe (richtige) Frauen, die ihr schon unter meiner Ungeduld bei der Auswahl eurer Kleider gelitten habt – ich leiste hiermit öffentlich Abbitte, ich kann euch ja so verstehen!
Obwohl ich mich sicher nicht zu den Trans-Frauen zähle, die immer wieder einen neuen und aufregenden Fummel brauchen, muss ich doch feststellen, dass in dieser Situation meine Kleidungsbedürfnisse deutlich von meinem männlichen Auftreten unterscheiden. Der Mann in mir hat es wirklich viel einfacher. Jeans und Hemd und dazu die dunklen Einheitsschuhe – Ende der Durchsage. Die Frau in mir schreit heute nach einem wirklich schönen Kleid oder einem Kostüm und möchte dann von den anderen wegen des guten Geschmacks und der stilvollen Kleidung bewundert werden. Hab ich aber nicht! Einzig das gewisse Etwas darunter ist für mich klar. Aber wen interessiert das schon und außerdem ist mein Geschmack an dieser Stelle von (zugegebener maßen recht einseitigen) männlichen Vorstellungen geprägt. Es bleibt mir also nichts anderes übrig, als mich so lange vor den Kleiderschrank zu stellen, bis mir ein gerade noch passendes Teil gefällt und ich dann endlich losgehen kann.
Doch genug davon, ihr wisst ja selbst, wie schwierig solche Entscheidungen sind.
In die Planung unserer Aktivitäten ist wieder ein bisschen Bewegung geraten. Wie bereits an diesem Wochenende, werden künftig die aktuellen Verabredungen spätestens am Freitag jeder Woche auf unserer Programmseite veröffentlicht. Hier trefft ihr sicher nicht alle TransSisters an, aber doch wenigstens einen Teil von uns. Das wird sicher denjenigen helfen, die uns mal kennen lernen wollen. Und auch für die nächsten Monate sind schon die wichtigsten Aktivitäten geplant. Hier eine kurze Vorschau:
06.05.00 „Fritz and his Cats“ in der „Wunderbar“ am Südstern (gute Musik Blues, Soul und Funk)
13.05.00 CitCat-Club im Metropol (ihr wisst schon – da ist dann mal wieder der Lackfummel dran)
20.05.00 Spielbank Berlin im Forum Hotel (hier wir das Taschengeld verzockt)
17.06.00 Dampferfahrt (Mondscheinfahrt mit Feuerwerk zu den Köpenicker Festtagen)
Die genauen Informationen könnt Ihr sicher in den nächsten Tagen unter der oben genannten Adresse abrufen. Und bitte, schaut jeden Freitag mal rein, damit ihr die aktuellen Ereignisse und Verabredungen kennt.
Noch ein paar Worte in eigener Sache: Vielen Dank für die zahlreichen freundlichen und ermunternden Mails, die mich gerade um die Osterzeit erreicht haben. Nein, ich habe nicht die Absicht die (Originalzitat) „Institution“ der Wochenmail am Sonntag sterben zu lassen und möchte weiter aus meinem Transenleben berichten und mich gelegentlich „inhaltsschwer“ über meine ganz persönlichen Ansichten und Draufsichten verbreiten. Nur, auch ich bin natürlich nicht frei von Stimmungen und manchmal sicher recht zweifelhaften Ansichten. Und ich bin nicht das Sprachrohr oder gar öffentliches Organ der TransSisters – Gemeinde. Ich bin halt nur die Sabine, die gern mal ihre Gedanken aufschreibt und gemerkt hat, dass es Menschen gibt, die sich dafür interessieren. Bitte daher keine falschen Schlussfolgerungen! Das Leben der meisten TransSisters ist häufig viel lockerer und unkomplizierter, als es durch meine Mails rüber kommt. Und natürlich könnt ihr jeder Zeit durch eine kurze Nachricht aus dem Verteiler gestrichen werden. Ich hab damit wirklich kein Problem.
Wenngleich, ein Problem habe ich noch immer mit meinem heutigen Outfit. Und darum muss ich mich jetzt wirklich kümmern.
Ich wünsche euch allen eine schöne Woche
Eure Sabine
