Einleitung

  • DGSVO und Co. 2018-07-05 22:57:38

    Liebe Freundinnen und Freunde der TransSisters Mit sehr großem Bedauern müssen wir Euch mitteilen, dass wir unsere TransSisters-Gruppe auf Facebook in Kürze bis auf weiteres schließen werden, da ein weiterer Betrieb mit zu hohen und nicht überschaubaren Haftungsrisiken für uns (TransSisters; die Betreiber) verbunden ist. Die Risiken resultieren dabei...

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Die Grenzen zwischen männlich und weiblich sind viel fließender, was viele Menschen nicht wahrhaben wollen. 

Seit dem Beginn des Industriezeitalters wurde den Männern die Weiblichkeit immer mehr entzogen und  bis heute  wird von der Gesellschaft bei einem  Mann seine maskuline Seite mehr geschätzt, als seine feminine und empfindsame. 

Lesley ist ein Freizeittransvestit oder Crossdresser, ein biologischer heterosexueller orientierter Mann, der ab und zu den Drang verspürt in die weibliche Rolle zu schlüpfen und gerne in die Öffentlichkeit geht. Mit allem was dazu gehört, Perücke, Schmuck Make-up, und Kleidung die Männer einfach nicht tragen.

Somit wechsle ich äußerlich zwischen den beiden großen Geschlechtern männlich und weiblich und das möglichst überzeugend.

Verwandle ich mich in Lesley spüre ich eine körperliche Verbindung zu meiner

weiblichen Identität.

Ich kleide mich auf eine gewisse Weise um die Person zu werden die ich gerne sein möchte.

Wenn ich in der weiblichen Rolle unter Menschen gehe und als Frau akzeptiert werde kann ich mich so verhalten,

wie mein inneres Gefühl es mir nahe legt. Dieses Gefühl können mir nur andere Menschen geben durch Aufmerksamkeit und Anerkennung. Nach meinen Erfahrungen sind die meisten Menschen dazu bereit.  Zwar mag ich in der Rolle als Frau etwas ungewöhnlich erscheinen, Körperbau, Stimme und Größe, jedoch erfülle ich die frauenspezifischen Erwartungen der Mitmenschen und das oft mehr als die meisten  modernen Frauen im heutigen Alltag sich erlauben.

Frauen sind in unserer Zeit berufstätig, schmeißen sich in maskuline Anzüge und müssen sich in der immer noch  dominiereren  Männerwelt durchsetzen.

Dadurch, dass es mir selbst im fortgeschrittenen Alter gelungen ist, wenigstens zeitweise in meiner Freizeit meinem Wunschgeschlecht nahe zu kommen, bin ich wesentlich glücklicher und zufriedener geworden. Wie selbstverständlich besuche ich im schicken Abendkleid Theater, Kinos, Bars und gelegentlich auch intressante Clubs, und erlebte am Anfang eine zweite Pupertät. Nach über vier Jahren Ausgang in der weiblichen Rolle hat das etwas nachgelassen, und man hat mehr Erfahrung und manches gelernt wie es auch bei anderen Aktivitäten der Fall ist.

Durch die richtige innere Einstellung, gepaart mit einem äußerlich möglichst femininen jedoch nicht zu auffälligen Erscheinungsbild, erlebe ich, dass ein Transgender heutzutage in Restaurants, Hotels, Museen und anderen öffentlichen Einrichtungen in den allermeisten Fällen vom Personal höflich und zuvorkommend  bedient wird. Dabei wird mir oft ein Lächeln geschenkt und es kommt manchmal dabei auch zu interessanten Gesprächen. Auch bin ich in der weiblichen Rolle schon mit dem Zug oder dem Flugzeug verreist.

Kurz gesagt, mit halbwegs gebildeten und selbstbewußten Menschen gibt es kaum Schwierigkeiten

Fast alles ist möglich.

In meiner männlichen Rolle kommt es kaum vor, dass mir mal in den Mantel geholfen wird. Nicht nur in Berlin, ja selbst in der Provinz bin ich bei meinen weiblichen Aktivitäten bis jetzt kaum auf Schwierigkeiten gestoßen. Dabei ist es unerheblich, wenn man mal als biologischer Mann erkannt wird zumal ich auch nicht bereit bin meine männlich klingende Stimme zu verstellen.

Als Mann werde ich im Straßenbild kaum oder gar nicht wahr genommen, das ist jedoch in der Frauenrolle schon mal  anders, jedoch meistens nicht unangenehm.

Trotz aller Fortschritte die in unserer Gesellschaft (auch bedingt durch das moderne Arbeitsleben) zu beobachten sind, ist mir bewußt, dass gerade ein heterosexueller Transvestit die ungeschriebenen Regeln der Männlichkeit verletzt. Männer lernen schon in ihrer Kindheit möglichst unemotional zu sein. Dadurch sind sie kaum in der Lage bestimmte Aufgaben im Zusammenleben mit ihren Frauen  zu meistern. Auf der anderen Seite wollen auch die Frauen, dass die stereotypen Rollen von Mann und Frau besonders in einer festen Partnerschaft aufrecht erhalten werden.

Das Verharren in den maskulinen und femininen Rollen ist keine günstige Vorraussetzung die ganzen Aufgaben in einer Partnerschaft zu lösen. Leider schränkt der Transvestismus des männlichen Partners die feminine Rolle der Frau häufig so stark ein, dass es zu einer lang andauernden Krise kommen kann und das es auch bei anderen Familienmitgliedern mehr oder weniger  zu Verletzungen kommt.

Auf Grund von Angst, Scham und anderen diffusen Ängsten verstecken sich die allermeisten Transgender / Transvestiten / Crossdresser usw. und leben ihre Gefühle wenn überhaupt, nur heimlich aus, obwohl das Verlangen groß ist, sich gelegentlich in der Öffentlichkeit mal als Frau zu zeigen. Das kann andauernde Unzufriedenheit, Unruhe und möglicherweise sogar Krankheiten zur Folge haben. Am Ende eines Lebens wenn die Zeit gekommen ist, bedauert man, dass man seine weibliche Identität nicht richtig ausgelebt hat.

Transvestitismus oder Crossdressing ist auch ein  effektiver Weg mit hohen beruflichen Anforderungen, Stress, Druck usw. fertig zu werden. Sobald weibliche Kleidung, Make Up , Nagellack usw. aufgetragen werden fühlt man sich total entspannt und  Körper und Geist profitieren enorm davon, und viele Transgender halten selbst im Alter ihre Figur, weil das Tragen eines körperbetontes  Kleides wichtiger ist, als übermäßiges Essen.  Für mich persönlich kann ich aussagen, dass das Crossdressing, wenn man es selbst für sich akzeptiert hat, wahrlich ein Jungbrunnen ist,  im Gegensatz zum übermäßigen Alkohol- oder Drogenmissbrauch. Auch andere  absurde Freizeitgestaltungen können die Gesundheit ruinieren und das Leben deutlich verkürzen. 

Die Kehrseite der Medaillie für Transgender sind möglicherweise soziale Gefahren von Belästigungen bis hin zur Arbeitslosigkeit. Jedoch ist auf diesem Gebiet durch zahlreiche Artikel in Presse, Funk und Fernsehen anscheinend  mehr Verständnis in der Gesellschaft entstanden. Durch das Internet kann sich heutzutage jeder wenn er möchte sich schnell informieren und nicht zuletzt hat die Anerkennung der homosexuellen Personen durch die Gesellschaft in den letzten Jahren etwas zum Positiven verändert. Selbst durch Gesetze ist ein Transgender heutzutage in Deutschland bzw. in der EU geschützt.

 Was die Leute aber so denken ist natürlich ein ganz anderes Blatt.

Transvetitismus ist das letzte Tabu und es wird höchste Zeit in unserer modernen Gesellschaft hier durch mehr sachliche Informationen mehr Toleranz und letztlich Anerkennung zu erreichen.

Dieses Ziel zu erreichen liegt aber nicht an der übrigen Gesellschaft , sondern zunächst an den Transgendern selber. Wenn man sich versteckt wird man auch nicht wahrgenommen. Wahrscheinlich leben in einer Großstadt wie Berlin schätzungsweise fünfzigtausend Männer die mehr oder weniger weiblich zwischen den Ohren empfinden, aber nur ein winziger Bruchteil ist bereit mal  zeitweise als Frau zurechtgemacht in die Öffentlichkeit zu gehen.

Daher gibt es den Freitagstreff der TransSisters in Berlin um für intressierte Männer den Einstieg in das zweite Leben zu erleichtern und Informationen aus erster Hand zu erhalten. 

Auch schäme ich mich nicht mehr über diese Besonderheit, oder gebe irgendjemand die Schuld dafür. Eine Heilung für solche Empfindungen ist sowieso nicht möglich, also besser ist es sich selber zu akzeptieren und nicht  durch seine Gefühle sich negativ prägen zu lassen.

Es ist für uns Transgender besser seine Energie für das Ausleben dieser Besonderheit zu verwenden, als ständig Energie zur Unterdrückung dieser Gefühle  zu verschwenden.

Hat man erstmal den richtigen Dreh für sich herausgefunden, kann man ein glückliches Leben führen.

Und nach dem Glück streben ja bekanntlich alle Menschen, leider schaffen es nicht alle und viele stehen sich selber im Wege.

Wer mehr über diese Form des Transvestitimus oder mein interessantes, zweites Leben als Transgender wissen möchte, den lade ich zu einem Besuch zum Freitagstreff der TransSisters im Voyage ein, oder schreiben Sie mir eine email an Lesley über das Kontaktformular, siehe Kontakt auf unserer Internetseite.

 

Lesley, im April 2013  (Letzte Änderung Januar 2016)