Nach etlichen Jahren voller Zweifel und Zögern habe ich mich im Frühjahr 1999 entschlossen, meinen Traum zu leben. Obwohl ich dafür mein gesamtes Leben umkrempeln und einen völligen Neuanfang riskieren musste, bereue ich keinen Tag und keine Minute.
Ich hab seitdem eine Menge über mich und die Menschen ganz allgemein gelernt. Eher (klein)bürgerlich sozialisiert, hat sich bis heute meine Gedanken- und Gefühlswelt unvergleichbar erweitert.
Ausgangspunkt meiner Aktivitäten war der Berliner „Sonntagsclub“. Hier hatte ich Leute kennen gelernt, die mich akzeptierten wie ich bin. Ganz ohne zweifelnde Fragen und ohne Häme.
Über diese Kontakte hab ich (die legendäre) Carola kennen gelernt und von Ihrem Vorhaben erfahren, eine „Transen-Bar“ zu eröffnen. Wenn es diese Bar nicht gegeben hätte, gäbe es sicher auch nicht die Institution TransSisters. Und ich hätte viel weniger gute Freunde.

Carolas Bar, war der Ausgangspunkt für mehr als 5 "wilde Jahre". Kein Ort in Berlin und Anderswo war vor uns sicher. Theater, Kino, Restaurant, Spielkasino, Konzert, Ausstellung und noch viel mehr – an jedem Wochenende oder freien Tag stand etwas anderes auf dem Programm. Wir lebten unser Leben und ich war mittendrin.
Inzwischen fing ich an, mein Leben in einer „Wochenmail“ zu reflektieren. Dazu gab es gelegentlich lebhafte Diskussionen. Ihr könnt das weiter hinten auf dieser HP in Ruhe nachlesen.

Mit den Jahren bin ich ruhiger geworden, habe mich aus dem öffentlichen „Trans-Leben“ zurückgezogen. Das hat viele Gründe. Einer vielleicht, dass ich mich nicht mehr beweisen muss. Ein anderer, dass ich festgestellt habe, dass auch „Trans“ seine Konventionen hat und ich einfach nur leben will, wie ich mag – das, so ungeschminkt und nicht immer elegant, entspricht nicht den Erwartungen. Aber Erwartungen wollte ich, als ich mich auf den Weg gemacht habe, nicht mehr erfüllen. Hinzu kommt, dass meine Partnerin mich liebt, wie ich bin und ich keinen Grund habe, von zu Hause weg zu laufen.
Geblieben ist ein kaum beschreibbares Lebensgefühl, geblieben sind die besten Freunde, die ich je hatte und geblieben ist die enge Verbundenheit zu den TransSisters.