Guten Abend Mädels,

... es ist Sonntagabend, ich will die neuesten Neuigkeiten loswerden. Ob neu oder nicht ist dabei ganz egal.
Am Samstag waren wir (8) dann endlich im Dessauer Landestheater zu “La Cage aux Folles” – ein Käfig voller Narren. Abgesehen davon, dass das Dessauer Theater wohl eines der schönsten und größten im Osten unserer Republik ist, war der Abend ein voller Erfolg. Anthony (Tony) Gebler – einigen von uns aus der Berliner Transenszene bekannt, war als Albin (Zaza) der absolute Star des Abends. Die Geschichte war gut erzählt, das Landesorchester ohne Tadel und die gesamte Atmosphäre rundum angenehm. Albin´s Lied habe ich weiter unten einfach mal abgedruckt.
Schön war, dass wir dann (gut zwei Stunden später in Berlin) noch die Gelegenheit hatten mit Tony zu quatschen und einfach den Abend ausklingen zu lassen.
In diesem Zusammenhang haben wir (ein Tipp von Christa) eine neue tolle Bar kennen gelernt. Das “KNEMO” befindet sich direkt an der Ecke Knesebeck und Momsenstraße (daher KNEMO). Ohne Eintritt(!), mit einer ausgesprochen angenehmen, teils richtig süßen schwulen Besetzung und gemischtem Publikum, haben wir den ganzen Abend geplauscht und getanzt. Das ist für mich der Geheimtipp, wenn ich mal gut weg gehen und nicht im Keller verstecken will (und das will ich meistens)! Wir sollten uns dort öfters treffen.
Am Freitag hatte ich, vermittelt über einen offenen Kontakt, ein recht ausführliches Gespräch mit einem Herrn von SAT 1, der im Auftrag der Nachmittagsshow namens “Ricky” zu Thema Transvestiten und Transsexualität recherchiert. In diesem Zusammenhang ist er auf die TransSisters gestoßen und sucht nun Kontakte für die Einladung in eben diese Show.
Für mich kommt das nicht in Frage, weil aus es meiner Sicht in diesen Shows nur um Show und Sensation, nicht aber um unsere Inhalte geht. Ich verfolge da lieber unser eigenes Projekt, in dem wir uns so darstellen können, wie wir wirklich sind. Na ja, ich hab eben zu viel von schlechten Erfahrungen gehört. Wenn sich jemand dennoch dafür interessiert, kann (er) sie von  mir die Telefonnummer haben.
Am nächsten Wochenende ist dann der lang erwartete 20iger Jahre Ball mit Max Raabe und anderen, ein Großteil von Euch wird ja ebenfalls da sein. Ich freu mich schon darauf.
An Stelle des üblichen klugen Spruchs, hier nun das Lied von Albin:

Ich bin, was ich bin,
und was ich bin, ist ungewöhnlich.
Komm, schau mich nur an,
akzeptier dann
mich ganz persönlich.
Ich lebe,
und will mich nicht dafür genieren,
lebe und will keinen Augenblick verlieren.
Es hat keinen Sinn, wenn man nicht sagt:
Hey, Welt, ich bin, was ich bin.
Ich bin, was ich bin,
ich will kein Lob,
ich will kein Mitleid.
Ich lebe für mich,
ich bin kein Snob,
will meine Freiheit. Wen stört es,
dass ich Federn liebe, Glanz und Flitter,
ich mag's so!
Sonst wär mein Leben trüb und bitter.
Es hat keinen Sinn, wenn man nicht sagt:
Hey, Welt, ich bin, was ich bin.
Ich bin, was ich bin,
und was ich bin,
ist kein Geheimnis.
Ich stehe für mich, wünsche mir nur
ein wenig Fairness.
Ein Leben
kann man ohnehin nur einmal leben,
warum soll es für mich keine Chance geben?
Es hat keinen Sinn,
bis man nicht sagt:
Hey, Welt, ich bin, was ich bin.

Dem habe ich nicht hinzuzufügen
Viele liebe Grüße
Sabine